Andacht Oktober 2026
Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?
Hiob 4, 17
Ein trostloses Wort aus dem Mund eines Trostlosen! Eliphas von Teman kommt zu seinem Freund Hiob, um ihn zu trösten, aber er hat keinen Trost für den schwer Geschlagenen. Er setzt sogar noch eins drauf, indem er ihn als einen bezeichnet, „der auf Staub gegründet und wie Motten zerstreut“ (Hiob 4, 19) wird.
Die Situation des Hiob ist uns allen vertraut. Er hat ein anständiges, ordentliches Leben geführt, war erfolgreich in allen seinen Bemühungen, freigebig und offenherzig - doch plötzlich innerhalb kürzester Zeit verliert er alles: Vermögen, Kinder, Gesundheit. „Warum?!“ ist seine, ist unsere wohl nur zu berechtigte Frage. Warum geschieht dieses entsetzliche Unglück und warum ausgerechnet mir?! Die Antwort auf diese Frage liefert der „Freund“: du bist gar nicht so edel, wie du dir vorkommst, denn welcher Mensch kann vor Gott gerecht, fehlerlos, sündlos sein? Betrachte dein Unglück als gerechte Strafe deines Gottes.
Wir sind oder kennen Menschen, die sich Hiob vergleichbar fühlen, von böser Krankheit, Armut, Kummer niedergedrückt. Wir suchen in unserem Leben nach Gründen und finden sie nicht. Daran verzweifeln wir.
Uns allen hat Gott die richtige Antwort gegeben: Nein! Deine Krankheit ist keine Strafe! Ich bin dein liebevoller Gott, dein himmlischer Vater. Ich suche auch im Schweren dein bestes. Denke an meinen Sohn Jesus Christus und sein Sterben: „Ihn sollt ihr hören!“ (Markus 9, 7)
Allen, die Jesus als den Herrn ihres Lebens annehmen, sagt Gott zu, bei ihm Geborgenheit zu finden. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Für sie ist Gott der liebende Vater geworden, der er vom Anbeginn der Welt sein wollte, von dem sich aber die Menschen abgewandt haben. In Jesus Christus wenden sie sich ihm wieder zu und werden mit Freuden angenommen (vgl. Lukas 15, 11ff). Sie brauchen sich nicht mit Zweifeln zu quälen, warum Armut, Krankheit oder Kummer ihnen begegnen: sie sind aufgehoben im bergenden Schutz ihres himmlischen Vaters.
Der trostlose Tröster Eliphas hat recht: es kann kein Mensch vor Gott ein absolut reines Leben führen. Zumindest in Gedanken wenden wir uns immer wieder von Gottes Regeln ab. Aber in der Nachfolge Jesu, im Nachleben und Vollziehen der Hinweise und Ratschläge, die er uns gegeben und vorgelebt hat, können wir uns seiner Zusage sicher sein: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11, 25)
Ulrich Lorenz, Berlin