Andacht Dezember 2025
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
Matthäus 3, 2
Friedrich Merz, Donald Trump, Emmanuel Macron - wie sie auch alle heißen mögen, die Mächtigen dieser Welt: jeder achtet auf ihre ersten hundert Tage im Amt. Man hofft erkennen zu können, was man künftig von ihnen und ihrer Herrschaft zu erwarten hat. Ihre Taten und vor allem ihre Worte werden als Programm ihres Handelns gesehen.
Bei Jesus ist das anders. Bei ihm brauchen wir nicht zu tüfteln und zu raten, sein Sprecher Johannes der Täufer verkündet klar Jesu Botschaft: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ (Matthäus 3, 2) In der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ klingt das angepasst an unsere modernen Ohren so: „Kehrt um auf eurem Lebensweg, der euch immer weiter von Gott wegführt. Wendet euch Gott zu, denn jetzt beginnt seine neue Welt“. Der Evangelist Markus berichtet, dass Jesus selbst mit eben den gleichen Worten wie Johannes sein öffentliches, irdisches Wirken beginnt: „Jetzt ist die Zeit gekommen, in der Gottes neue Welt beginnt. Kehrt um zu Gott, und glaubt an die rettende Botschaft!“ (Markus 1, 15) Oder wie es der Reformator Martin Luther übersetzt hat: „Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“
Aber wie wir diese Mahnung auch übersetzen, in welche Worte sie gefasst wird, wie oft sie uns gesagt wird: wir Menschen müssen sie hören wollen und ihr gehorchen! Daran aber scheitert es oft und immer wieder.
Es ist heute wie damals am Anfang der Menschheitsgeschichte. Der himmlische Vater hat seinen Lieblingsgeschöpfen eine Umwelt geschaffen, in der sie sorgenfrei und vergnügt leben können - in buchstäblich paradiesischen Zuständen. Doch dem Satan gelingt es, den Zweifel an der Güte Gottes in die Herzen der Menschen zu säen, ihnen das Paradies zu zerstören. „Die Schlange war das listigste von allen Tieren, die Gott, der Herr, erschaffen hatte. »Hat Gott wirklich gesagt«, fragte sie die Frau, »dass ihr keine Früchte von den Bäumen des Gartens essen dürft?«“ (1. Mose 3, 1) Die Schlange, der Satan, weiß natürlich ganz genau, dass Gott das nicht gesagt hat. Eva soll widersprechen, sie soll sich für klüger halten als die Schlange. Dann nämlich ist sie offen für die Botschaft der Schlange. Jeder Verkaufstrainer weiß heute von der Ergiebigkeit dieser Gesprächstaktik.
Ähnlich werden auch wir heute verführt, uns von Gott abzuwenden, gehindert, unser Leben Jesus anzuvertrauen, geborgen bei Gott zu leben. Jesus sagt uns: „Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben - darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung?“ (Matthäus 6, 25) Die Botschaft hören wir, wir würden ihr auch gerne folgen, wenn da nicht diese Flüsterstimme in unserem Herzen wäre. Sie fragt wie damals: „Sollte Jesus wirklich gemeint haben, wir bräuchten nicht selbst für uns zu sorgen, z.B. durch eine gute Rentenversicherung oder eine solide Kranken¬versicherung?“
Schon tropft die Angst vor morgen in unser Herz, vor Krankheit, vor Hunger, gewinnt Kleinglaube Raum, werden wir unsicher - und wir weichen immer weiter von unserem Vertrauen in Gott und unserem Glauben an sein Wort ab. Aus unserer Angst um unsere Zukunft wachsen Gier und Neid, zuweilen auch Lüge und Betrug. Immer mehr wollen wir selbst unser Leben bestimmen, immer weniger kümmert uns Gottes Weisung.
Jesus ist zu uns gekommen. Er will uns helfen und alle Hindernisse beseitigen, die uns von Gott trennen. Er nimmt unsere Schuld auf sich. Er erleidet wie wir in seinem Leben Hohn und Spott, Feindschaft und Verachtung. Auch er wird vom Bösen in Versuchung geführt. Doch weil er auch in schweren Zeiten und höchster Not stets fest auf die Fürsorge seines himmlischen Vaters vertraut, bleibt er ohne Schuld. Er will für unser Leben Vorbild sein, ihm sollen wir nachfolgen. Mit ihm sollen wir nicht nur beten, sondern vertrauensvoll leben: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23, 1)
Lasst uns also umkehren mit Jesu Hilfe zum himmlischen Vater und seiner Güte.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Christfest und ein gutes neues Jahr.
Ulrich Lorenz, Berlin